Im Winterschlaf zehren Murmeltiere nur von ihrem Fett. Dabei senken sie ihre Körpertemperatur wiederholt für 2 Wochen stark ab, um möglichst wenig Fett abzubauen. Dazwischen erhöhen sie ihre Temperatur für 36 Stunden auf 34°C. Durch gezielte Nahrungswahl im Sommer gelingt es ihnen, spezielle Fettsäuren aufzunehmen. Je mehr der Fettspeicher eine gewisse essentielle Fettsäure enthält, um so tiefere Körpertemperaturen erreichen die Nager im Winterschlaf (bis 3°C). Dadurch verringert sich der Gewichstverlust deutlich, womit genügend Reserven im Frühjahr vorhanden sind.

Essentielle Fettsäuren

Die lebenswichtigen essentiellen Fettsäuren werden auch Vitamin F genannt. Sie müssen von allen Säugetieren mit der Nahrung aufgenommen werden. Eine dieser Fettsäuren, die Linolsäure (18:2n-6), hat für Murmeltiere eine besondere Bedeutung. Sie verhilft ihnen im Winterschlaf die Körpertemperatur über längere Zeit sehr tief zu halten. 18:2n-6 tritt aber nur in Blüten und in bestimmten Pflanzenteilen auf. Als Ersatz für die spärlich auftretende 18:2n-6 müssen die Tiere deshalb auch a - Linolensäure (18:3n-6), eine andere essentielle Fettsäure, zu sich nehmen. Diese kommt zwar in fast allen grünen Pflanzenteilen gehäuft vor, kann aber beim Abbau während des Winterschlafs die Zellen der Murmeltiere schädigen.